Das knallbunte Leben
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  • „Der Wissenschaftswahn – The Science Delusion“ – Vortrag von Prof. Dr. Rupert Sheldrake

    Geschrieben am 3. Oktober 2012 Heike Schulze Keine Kommentare

    Seit ich mit Seraphim Blueprint arbeite, google ich öfter mal nach dem Wort „Engel“. So kam es, dass ich dazu kürzlich ein Buch von Rupert Sheldrake gefunden habe, das da heißt „Engel – Die kosmische Intelligenz“. Ich habe mir das Buch gleich besorgt und nun steht es ziemlich am Anfang meiner „Was-ich-demnächst-lesen-will“-Pipeline. 😉

    Als ich neulich beim Prozessabend von Michael Elrahim Amira in der Urania war, habe ich mir dort auch das aktuelle Programmheft mitgenommen und festgestellt, dass Rupert Sheldrake nach Berlin kommt und einen Vortrag zu seinem neuen Buch halten wird. Das hat mich natürlich sehr interessiert und nun war ich gestern bei diesem Vortrag, den es leider nur in englischer Sprache gab.

     

    Prof. Dr. Rupert Sheldrake

    Der Biologe Prof. Dr. Rupert Sheldrake ist für mich der „Vater der morphischen Felder“. Er hat die Theorie der morphischen Felder und der morphischen Resonanz aufgestellt und in seinen Büchern ausgiebig erläutert. Anfang der 80er Jahre lebte er in Indien in einem Ashram und ich kann mir gut vorstellen, dass er dadurch ein sehr anderes Weltbild bekommen hat, als es die meisten Mainstream-Wissenschaftler der heutigen Zeit haben. In seinem neuesten Buch „Der Wissenschaftswahn“ stellt er einige Dogmen der heutigen Wissenschaft in Frage.

     

    Der Wissenschaftswahn

    Die Wissenschaften stellen heutzutage einen Filter dar, durch den wir die Welt betrachten. Weil die Wissenschaft von Menschen betrieben wird, kann sie erstarren, sich selbst behindern und gar zum Dogma werden. Der Untertitel von Sheldrakes Buch in der englischsprachigen Ausgabe lautet „Freeing the spirit of inquiry“, plädiert also für einen freien Geist bei wissenschaftlichen Nachforschungen und Untersuchungen.

    Das Buch soll einen Schritt hin zur Überwindung des materialistischen Weltbildes machen, denn das Selbstverständnis eines materialistischen Weltbildes bröckelt immer mehr, wie wir ja auf allen Gebieten unseres Lebens sehr deutlich wahrnehmen können.

    Richtig wäre es, wenn Wissenschaftler sagen würden: „Wir verstehen nur sehr wenig, wie die Welt wirklich funktioniert“. Das wäre die Möglichkeit, mit einem freien Geist an die Forschung heranzugehen, damit sich neue Möglichkeiten öffnen können. Tatsächlich bewegt sich die Wissenschaft allerdings oft in Glaubenssystemen und wurde immer dogmatischer.

    Witzig fand ich den Spruch von Sheldrake „Wenn du Moslem oder Buddhist bist, weißt du, dass du ein Glaubenssystem hast. Als Atheist dagegen weißt du es nicht.“ An dieser und an vielen anderen Stellen des nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch äußerst humorvollen Vortrages, lachte das Publikum schallend.

    Sheldrake hat in seinem neuen Buch 10 Dogmen der Wissenschaft näher untersucht. Diese sind unter anderem:

    • Die Natur ist mechanisch, wie Maschinen. Dies, so sagt Sheldrake, ist eine Metapher, mehr nicht.
    • Die Gesamtmenge von Energie und Materie ist ständig konstant (Energieerhaltungssatz).
    • Materie ist ohne Bewusstsein. Nur ein kleiner Teil des menschlichen Hirns soll Bewusstsein haben.
    • Die Naturgesetze sind unveränderlich seit dem Urknall.
    • Es gibt keinen Zweck in der Natur und im Leben.
    • Erinnerungen sind materiell; sie befinden sich im Kopf.
    • Mind = Gehirn und mentale Aktivität = Gehirnaktivität.
    • Telepathie, Präkognition und ähnliche Phänomene sind eine Illusion, weil der Mind im Kopf ist.

    Irgendwie macht es mich grad ganz eng, während ich das schreibe. 🙄

    Sheldrake ist der Meinung, dass die Wissenschaft früher Rebellion war, z. B. zu Zeiten Galileos. Damals waren die Wissenschaftler unabhängig und wollten Gott durch die Wissenschaft erkennen, wollten durch die Wissenschaft die Wahrheit finden. Heute ist Wissenschaft eine soziale Institution. Wissenschaftler werden an ihren Publikationen gemessen, verdienen ihr Geld mit ihren Forschungen und sind institutionalisiert.

    Viele Wissenschaftler, so Sheldrake, haben privat eine ganz andere Meinung als die, die sie nach außen hin vertreten. Wenn sie aber ihre eigene Meinung sagen, so geht es ihnen ähnlich wie den Dissidenten zu Zeiten Breshnews: Sie werden diffamiert und verlieren ihren Status.

    Mich erinnert das sehr an den Vortrag von Gerald Hüther, den ich im Frühjahr 2012 gehört und gesehen habe. Hüther ist ja der Meinung, dass unser Bildungssystem angepasste, leidenschaftslose Menschen hervorbringt und dass das keine gute Grundvoraussetzung für Kreativität und eigenständiges Denken ist. Da gibt es offensichtlich Parallelen zwischen Bildungssystem und Wissenschaft, was auch logisch ist, denn die Wissenschaftler gehen ja aus dem Bildungssystem hervor.

    Zur Quantenphysik vertritt Sheldrake die Meinung, dass diese die Wissenschaft revolutioniert, weil die Materie in der Quantenphysik nicht mehr absolut ist und der Materialismus durch die Quantenphysik transzendiert wird. Er sagte aber auch, dass aus seiner Sicht die Quantenphysik keine komplette Revolution der Wissenschaft darstellt.

    Das unten eingefügte Video zeigt einen Teil des Vortrages mit deutscher Übersetzung. Sheldrake spricht darin u. a. über den Urknall, den Energieerhaltungssatz, dunkle Materie, das Perpetuum mobile (eine heilige Kuh der materialistischen Wissenschaft), Nullpunktenergie, Lebensenergie (Chi, Prana) und die angebliche Konstante der Lichtgeschwindigkeit. Ich finde seine Ausführungen äußerst interessant und irgendwie hat das, was er sagt, auch einen leicht kabarettistischen Aspekt. Manches klingt wie aus dem Land der Schildbürger…

    Falls Du Dir den Vortrag in englischer Sprache ansehen möchtest, findest Du ihn auf dieser interessanten Webseite.

     

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