Das knallbunte Leben
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  • Amma, Mata Amritanandamayi, war in Berlin

    Geschrieben am 8. Oktober 2012 Heike Schulze 1 Kommentar

    Amma umarmte Berlin im Velodrom

    Am Wochenende war Amma in Berlin im Velodrom. Amma, Mata Amritanandamayi, ist, wie auch Sri Sri Ravi Shankar, weltbekannt für ihr selbstloses Engagement für die Armen dieser Welt. Beide sind hoch angesehene spirituelle Führer, Friedensbotschafter und unterstützen zahlreiche karitative Projekte. Am Wochenende war Amma in Berlin! Logisch, dass ich mir diese Veranstaltung nicht entgehen ließ.

    Mit einer Freundin pilgerte ich also zum Velodrom und wir dachten uns, wenn eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung die Tickets ausgegeben werden, wollen wir doch frühzeitig da sein. Also waren wir zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn dort und das erwies sich auch als optimal. Ich reihte mich schon mal in die Ticketschlange ein, während meine Freundin uns ein paar indische Köstlichkeiten in Form von Laddu organisierte. Lecker!

    Direkt vor mir standen zwei Frauen, die aus Ungarn angereist waren und überhaupt war es eine bunte Mischung von Menschen, die ins Velodrom gekommen waren, um sich von Amma umarmen zu lassen.

    Die Organisation der Veranstaltung empfand ich als gut. In der Schlange zu stehen, war kurzweilig (und das nicht nur, weil ich die Gewohnheit, Schlange zu stehen, als „gelernter Ossi“ irgendwie noch in meinen Zellen abgespeichert habe). Es war eine sehr heitere, freudige Atmosphäre und im Grunde war es unmöglich, kein Gespräch zu führen während des Anstehens. Eine Atmosphäre, wie ich sie mag.

    Als wir unsere Tickets hatten, konnten wir ins Innere des Velodroms gehen und uns Plätze aussuchen. Dort waren auch viele Stände mit schönen Dingen aufgebaut. Das Velodrom sah aus wie ein Marktplatz. Es gab u. a. Bücher, CDs und Filme von Amma, Edelsteine, Schmuck, ayurvedische Kosmetik, indische Kleidung, Nahrungsergänzungsmittel, Tees und Kunsthandwerksgegenstände. Die Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung verging sehr schnell.

     

    Das Programm

    Amma in Berlin

    Amma im Velodrom in Berlin

    Wir waren am Samstagabend dort und das Programm begann um 19.30 Uhr mit einem sehr berührenden Vortrag einer Schülerin von Amma. Sie berichtete, wie sie auf Amma traf und wie diese Begegnung ihr weiteres Leben geprägt hat. Danach hielt Amma einen Vortrag voller kleiner Anekdoten und Metaphern, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Anschließend wurden verschiedene Bhajans gesungen.

    Dies empfand ich persönlich als etwas langatmig. Normalerweise mag ich Mantren, aber diese waren nicht so meins, weder vom Text noch von den Melodien her. Aber das ist halt Geschmackssache.

    Nach dem 2stündigen Programm gab es eine kleine Meditation und dann begann Amma mit den Umarmungen. Dazu war es wichtig, sich seine Ticketnummer gut einzuprägen. An zwei großen Ständern, die in der Halle standen, wurden immer wieder die Ticketnummern aktualisiert. Wir hatten J2 und J3. Es begann mit A1, A2, A3, B1 usw. Also hatten wir noch sehr viel Zeit und gingen erst einmal einen leckeren Mangolassi trinken.

     

    Die Umarmung

    Als unsere Nummern endlich an den Ständern aufgerufen wurden, gingen wir dort hin, zogen die Schuhe aus und holten eine Gabe für Amma, die dort an einem Stand gegen eine Spende erhältlich war. Vor uns stand eine Stuhlreihe mit je zwei Stühlen nebeneinander und ca. 15 Stühlen hintereinander. Jeweils 2 Personen saßen also nebeneinander und immer, wenn die Leute zu Beginn der Stuhlreihe sich erhoben, um von Amma umarmt zu werden, rückten wir eine Reihe vor. Das war irgendwie witzig und steigerte die Spannung.

    Ich war wieder einmal merkwürdig unaufgeregt. Als ich vorn saß, erklärte mir die Ordnerin, wie die Umarmung erfolgt. Ich legte also meine Hand neben Ammas rechten Oberschenkel. Meine Rose, die ich für Amma mitgenommen hatte, wurde mir aus der Hand genommen und Amma drückte meinen Kopf an ihre Brust, während sie mit lauter Stimme in mein rechtes Ohr „Meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe“ immer und immer wieder rief.

    Das war überraschend laut und so richtig entspannen konnte ich mich nicht dabei. Was ich aber wohl nie vergessen werde, ist der Geruch von Amma. Ich würde ihn als seifig-rosig bezeichnen. Ich habe so einen Duft vorher noch nie wahrgenommen. Nach kurzer Zeit war die Umarmung vorbei und ich war desorientiert. Die Ordnerin fragte mich, ob ich mich vorn in die Nähe von Amma noch ein wenig hinsetzen möchte. Da saßen schon einige Menschen und ich setzte mich einfach dazu.

    Dann erst bemerkte ich die Veränderung. Mir war leicht schwindelig und im Magen auch etwas flau. Im Herzbereich fühlte es sich an, als wäre dort ein 10 cm großer, leicht und angenehm drückender Energieball und ich wurde innerlich ganz still. Ich habe ja schon viele abgefahrene Sachen erlebt, aber so etwas kannte ich noch nicht.

    In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit – es war nun 2,5 h nach dem Ende des Bühnenprogramms, also schon kurz vor Mitternacht – bin ich nicht so lange vorn sitzen geblieben und habe zunächst einmal meine Freundin gesucht. Etwas desorientiert war ich immer noch, aber das gab sich schnell. Danach wurde mir innen irre warm im Körper. Auch das verging.

    Was geblieben ist, ist die Erinnerung an eine außergewöhnliche Veranstaltung, an die Liebe und Unermüdlichkeit, mit der Amma die Menschen umarmt und an den Duft von Amma, den ich wohl nie vergessen werde. Selbst als ich um 1.20 Uhr @ home war, war Amma wohl immer noch am Umarmen. Es hieß, dass die Veranstaltung bis 3 Uhr dauern könnte…

    Hier ein Interview mit Amma:

     

     

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